Infos & Links zum Thema Stromnetzausbau
SuedLink im WMK
Das Großprojekt SuedLink ist eine ~ 700 km lange Trasse von Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragungs-Leitungen (HGÜ-Leitungen), welche im Rahmen der Energiewende durch den Netzentwicklungsplan Strom geplant wurde. SuedLink soll Windstrom aus Norddeutschland in die Verbrauchszentren im Süden transportieren.
Mit ca. 65 km geht der Abschnitt C2 der Trasse durch den Werra-Meissner-Kreis. Baulos 3 (Friedland-WIZ-BSA-Meissner) ist insgesamt 34 km lang. In diesem Abschnitt wird 13 mal die Werra gequert und bei ca. 9 km wird eine geschlossene Bauweise, also Bohrungen, angewendet.
Baulos 4 (Meissner - Ringgau - Herleshausen) verläuft auf einer Länge von 32 km von . Davon sind ca. 22 km offene und 10 km geschlossene Bauweise.
Der offizielle Bauauftakt Projekt in Hessen fand im September 2025 in Bad Sooden-Allendorf statt. Ab Juli 2025 begannen bereits bauvorbereitende Maßnahmen und Baustelleneinrichtungen im Werra-Meißner-Kreis. Die Fertigstellung der Stromtrasse ist für Ende 2028 geplant.
Interaktive Karte SuedLink
Die digitale Karte zeigt den präzisen Leitungsverlauf mit Bauflächen und -zufahrten, durchzuführenden Umweltmaßnahmen und diversen anderen Hinweisen
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Updates zum SuedLink - Bauablauf im Werra-Meißner-Kreis
Hier ist die monatlich aktualisierte Darstellung des Bauablaufs im Werra-Meißner-Kreis abrufbar
https://www.werra-meissner-kreis.de/fachbereiche-einrichtungen/fb-8-laendlicher-raum
“Zwischenfälle” auf SuedLink Baustellen
Mittlerweile kam es auf verschiedenen Abschnitten der SuedLink-Stromtrasse zu sogenannten “Zwischenfällen” und leider auch zu Umweltschäden, teilweise verbunden mit Baustopps.
Eine große Problematik: immer wieder tritt bei den Spülbohrungen für die Trasse ungeplant Flüssigkeit von Spülbohrungen aus. Insbesondere durch ihre physikalischen Eigenschaften kann diese Ökosysteme in Gewässern und Böden schädigen. Laut TransnetBW ist die Bohrflüssigkeit nicht toxisch oder gefährlich für Tiere, Mensch und Umwelt.
Die Umweltverbände sehen das anders. Zwar ist das extrem feinkörnige Tonmineral Bentonit chemisch ungiftig, seine im Tiefbau geschätzten physikalischen Eigenschaften können laut Experteneinschätzung aber für Arten, Wasser, Böden und Umwelt hochproblematisch sein – insbesondere in Verbindung mit den die Wirkung verstärkenden Zusätzen: Bentonit ist bei Druck selbstverflüssigend (Ketchup-Effekt) und extrem quellfähig. Lässt der Druck nach, verfestigt es sich. Gerade im Grund- und Oberflächengewässern wird dies als problematisch erachtet. Denn das modifizierte Bentonit „verstopft“ die Poren der Gewässersohle und der für den Wasseraustausch wichtigen Bodenschichten. Dies trifft zunächst Fische, Fischlaich und Kleinstlebewesen, schädigt aber langfristig über Jahre das gesamte Ökosystem im Wasser.
(Quelle: www.bund-heilbronn-franken.de/spuelbohrungen/)
Werra-Meissner-Kreis:
Bei den Suedlink-Bauarbeiten bei der Gemeinde Meißner ist es erneut zum Austritt von Bohrspülung gekommen
Zu weiteren Verlusten von Bohrspülung ist es bei Arbeiten am Schweinsbach in der Nähe vom Gut Mönchhof gekommen.
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Suedlink-Arbeiten unterbrochen: Zwischenfall in Nordhessen sorgt für Probleme bei Stromtrasse
Die Bauarbeiten auf dem Klausberg in BSA mussten wegen eines Zwischenfalls unterbrochen werden. Bei Bohrungen unterhalb einer alten Mülldeponie ist laut Transnet BW, Anfang Dezember 2025 eine Spühlflüssigkeit ausgetreten.
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Ausgetretene Bohrspülung: Suedlink-Baustelle besorgt Autofahrer
→ lesen auf hna.de
Berichte aus anderen BUND Kreisverbänden
SuedLink-Spülbohrungen ökologisch nicht unproblematisch
Der BUND Regionalverband Heilbronn-Franken ist besorgt: Immer wieder tritt bei den Spülbohrungen für die SuedLink-Stromtrasse ungeplant Flüssigkeit von Spülbohrungen aus. Insbesondere durch ihre physikalischen Eigenschaften kann diese Ökosysteme in Gewässern und Böden schädigen.
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Umweltschäden durch Bauarbeiten für SuedLink-Leitung
BUND Heilbronn-Franken: „Seit Wochen erreichen uns Meldungen über SuedLink-Ausbläser, auch in kleineren Gewässern. Mit Sorge beobachten wir die sich aktuell vergrößernden Ausbläser im Muschelkalk an den Hängen der Jagst bei Möckmühl im Landkreis Heilbronn. Zu befürchten ist, dass sich der Schlamm dort im Untergrund in Richtung Flussaue ausbreitet, wo zahlreiche geschützte Biotope und Lebensräume liegen. Denn die Bohrschlämme können Ökosysteme und Arten über viele Jahre schädigen. Hier drohen umweltrechtliche Konflikte.“
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Bauarbeiten zu SuedLink: Bach im Landkreis Rhön-Grabfeld massiv geschädigt
Wiederholt kam es zu massiven Bentonit-Einträgen in die Streu bei Mellrichstadt durch Spülbohrungen bei einer SuedLink-Baustelle. Gefährdet sind seltene Arten wie Bachneunauge, Mühlkoppe und Bachmuschel.
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Positionen des BUND
Netzausbau so viel wie nötig, so wenig wie möglich
Der BUND sieht den Ausbauplan für das Stromnetz als überdimensioniert und fordert Dezentralität und Flexibilität. Die geplanten Vorhaben sprengen hinsichtlich der Streckenlänge, der Art der Leitungen, der Kosten und der Umwelteingriffe den Rahmen. Eine Alternative zum Bau überkommener Strom-Autobahnen wäre ein deutlich stärkerer dezentraler Ausbau der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien.
Der BUND Hessen fordert den Baustopp von Rhein-Main-Link und einen Neustart der Netzplanung
Wesentliche Forderungen für die Veränderung des Strommarktes und den Stromnetzumbau:
- Priorität der Einsparung und effizienteren Nutzung von Strom
- Ausbau der regionalen Stromerzeugung v. a. aus Windenergie, Photovoltaik und KWK
- Ausbau der Kraft-Wärme-Kopplung mit deren Flexibilisierung
- Minimierung des überregionalen Stromtransports durch Schaffung eines Strommarktdesigns für den regionalen Ausgleich von fluktuierenden Stromerzeugungen und flexibel steuerbaren Stromerzeugungen und – verbrauchern (KWK mit Wärmespeicher, Lastmanagement)
- Wirklicher Vorrang für die Erzeugung, Einspeisung und Eigennutzung von Strom aus erneuerbaren Energien
Mehr Informationen:
→ Pressemitteilung BUND Hessen zu Rhein-Main-Link und Stromnetzplanung
→ https://www.bund-hessen.de/klimaschutz-energiewende/stromnetzausbau
→ Um- und Ausbau des Stromnetzes für die dezentrale Energiewende
→ Kommentar: Bundesstromnetzplan führt in eine Sackgasse
→ Gutachten zur Notwendigkeit der geplanten Stromtrasse SuedLink - beauftragt vom BUND Hessen