Kreisverband Werra-Meissner

Nicht nur eine ökologische Kostbarkeit

Streuobstwiesen sind eine jahrhundertealte Kulturlandschaft und zählen zu den artenreichsten Lebensräumen in Mitteleuropa

Streuobstwiesen sind traditionelle Formen des Obstbaus, bei dem mit umweltverträglichen Bewirtschaftungsmethoden Hochstämme verschiedener Obstarten und Obstsorten, Alters- und Größenklassen auf Grünland stehen und den Eindruck vermitteln, als ob die Bäume zufällig über die Wiese "gestreut" seien.

Die Streuobstwiese ist eine jahrhundertealte Kulturlandschaft und zählt zu den artenreichsten Lebensräumen in Mitteleuropa. Noch bis in das 19. Jahrhundert gab es noch mehr als 1000 verschiedene Apfelsorten und die Landesherren erließen oftmals Anordnungen zur Pflanzung und Pflege von Obstbäumen. Die Beschädigung oder gar Rodung dieser wertvollen Gehölze wurde streng bestraft.

Ab den 1960er Jahren ist die Fläche der Streuobstwiesen in Deutschland stetig zurückgegangen (um ca. 70%). Es fielen massenhaft alte Obstbäume der Säge zum Opfer (zum Teil wurden sogar Rodungsprämien gezahlt).

Grund genug für uns, unserer Nachwelt das Erlebnis "Streuobstwiese" zu ermöglichen und dieses wichtige Biotop zu erhalten. Streuobst ist aber nicht „Natur pur", sondern vom Menschen geschaffen.

Dies bedeutet: Eine Streuobstwiese braucht Betreuung und Pflege. Vor allem aber intensiven Einsatz, um dem weiteren Schwund dieses landschaftsprägenden Lebensraums entgegen zu wirken.

Unser Beitrag: Bepflanzung, Beerntung und Pflege von inzwischen drei biozertifizierten Streuobstwiesen und einer Reiserwiese. Motto: „Erhalten durch Aufessen“, also den Wiesen (wieder) Bedeutung zu verleihen für unsere gesunde, Co²-freie Ernährung und ihren Wert für eine vielfältige Umwelt deutlich zu machen.

Unsere Ziele: Förderung der Erzeugung und Nutzung regionalen Obstes. Vermittlung von Kenntnissen rund um das Obst durch Schnittkurse, Auffrischung verloren gegangener Kenntnisse, Einbeziehung von Kindergärten und Schulen. Verleihung von Geräten zur Ernte und Pflege. Förderung der Bio-Streuobstinitiative.

Mehr zu unseren Aktivitäten findest Du demnächst hier und unter Terminen.

Verfügst Du über alte, vielleicht nur noch im WMK vorhandene lokale Sorten?

Bitte melden unter info(at)bund-wmk.de.

Zum Weiterlesen: https://de.wikipedia.org/wiki/Streuobstwiese.

 

 

Bilder von unseren Einsätzen

Was wächst da eigentlich auf unseren Streuobstwiesen unter den Obstbäumen?

Eine erste (sicherlich noch nicht vollständige) Erfassung im August 2016 von Lena und Sylvia ergab in

Motzenrode:

  • Schafgarbe
  • Roter Klee
  • Acker-Winde
  • echtes Johanniskraut
  • Klatschmohn
  • Wiesen-Labkraut oder Weißes Labkraut
  • Schmalblättriges Weidenröschen
  • Wiesenstrochschnabel
  • Wilder Majoran (Denke ich zumindest...)
  • Gewöhnlicher Hornklee
  • Kleiner Klappertopf
  • Wilde Möhre
  • Frauenmantel
Wildbienchen in Gierschblüte Wildbienchen in Gierschblüte  (© Ina Burtchen / www.cox-orange.de)

Niederdünzebach:

  • Echtes Johanniskraut
  • Wiesen-Witwenblume
  • Zaunwicke
  • Weißer Klee
  • Stinkender Storchschnabel
  • Scharfer Hahnenfuß
  • Labkraut
  • Wolliges Honiggras
  • Kleine Braunelle
  • Straußgräser

Dies ist sicherlich keine vollständige Liste - das holen wir dann im nächsten Jahr nach! 

Die Sonne scheint, der Herbst der lacht

er hat die Bäume bunt gemacht.
Mit Werkzeug, Kuchen, Saft und Tee, zieht er nun los - der BUND.
An diesem wunderschönen Tach lockt uns die Wiese in Niederdünzebach.

...mit Motorsäge und Körperkraft
rückten wir den schon
halbvermoderten toten
Obstbäumen zu Leibe...

... und über uns flogen
die ersten Kraniche ihrem
Winterquartier entgegen.

...ungeachtet der Gefahr
für Leib und Leben
kämpften wir uns durch die
alles umschlingenden’
Dornenranken von Brombeeren
und Wildrosen, um den völlig
eingewachsenen Stacheldraht und Maschendrahtzaun zu entfernen.

Die Arbeit lassen wir mal ruhn
- es gibt auch noch was anderes zu tun:
Essen, Trinken, Schnuddelei,
denn bald schon ist der Herbst vorbei.
In den letzten Sonnenstrahlen
wir uns auf der Wiese aalen.
Der kalte Winter kommt im Nu
- da lassen wir die Wies´ in Ruh!

Renate // HeLi 13.10.08