BUND Werra-Meißner pro Windkraft!

- Pressemitteilung -

Eschwege, 21. Dezember 2011 

Der Vorstand des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland im Werra-Meißner Kreis stellt klar: „Für Mensch, Natur und Wirtschaft ist es gleichermaßen überlebenswichtig, das drohende Kippen des Klimas zu verhindern“. Nachteilige Auswirkungen von Windenergieanlagen auf  Natur- und Artenschutz seien bei korrekter Planung vermeidbar.
Das Argument der Beeinträchtigung des Landschaftsbildes müsse mit Blick auf den Klimawandel kritisch hinterfragt und gegebenfalls neu bewertet werden:  „Gegen die Sendemasten auf dem Hohen Meissner und die bis vor etlichen Jahren dort stehende Radarkuppel und die Abhörtürme hat nie jemand protestiert. Das ästhetische Empfinden der Menschen ist eben unterschiedlich – den einen stört’s, den anderen nicht,“ erklärt Helga von Bültzingslöwen, BUND Vorsitzende des Kreisverbandes.
Dies bedeute aber keinesfalls, dass man nun die Landschaft mit Windkraftanlagen vollstellen solle. Die Aufgabe der Genehmigungsbehörden und der Vorhabensträger werde jedoch deutlich anspruchsvoller. Hierzu Thomas Norgall, stellvertretender Geschäftsführer des BUND Landesverband Hessen: „Gute Vorrangflächenplanung minimiert die Umweltauswirkungen und schafft maximale Investitionssicherheit. Je konkreter die Vorrangstandorte und -flächen durch den Staat im Rahmen seiner Regionalpanung untersucht werden, desto sicherer ist die Frage beantwortet, ob ein Standort die Artenschutzprüfung besteht und desto höher ist die Sicherheit für die Investoren.“

Helga von Bültzingslöwen betont: „Windenergienutzung und Artenschutz schließen einander nicht aus. Wir wollen alle Windkraftprojekte des Kreises konstruktiv und kritisch begleiten.“ Gerade für die wirtschaftlich schwächeren, ländlichen Gebiete in Hessen biete der Ausbau der Windkraft eine große Chance. Der BUND Kreisverband begrüßt es deshalb ausdrücklich, dass der Landkreis und die Kommunen des Werra-Meißner-Kreises den Ausbau der Windkraft durch ein eigenes Gutachten anschieben wollen.

Kritisch sieht der BUND Werra-Meißner den Ausbau der Windkraft in der Nordsee: Auch dort werden Natur und Arten gefährdet – und es werden neue große Fernleitungstrassen mit all ihren negativen Auswirkungen erforderlich. Für den Ausbau der Windkraft in Hessen sprechen hingegen sogar wirtschaftliche Gründe. Allein die Gewerbesteuereinnahmen aus den Windkraftanlagen, die zur Deckung des hessenweiten Strombedarfs anfallen, werden künftig mehrere Milliarden Euro betragen. „Diese Einnahmen sollten unseren Bürgerinnen und Bürgern und den Kommunen zugute kommen“, fordert die BUND Kreisvorsitzende.

Weitere Informationen für die Redaktion:
Thomas Norgall, BUND Hessen, Tel.: 069 67737614
Helga v. Bültzingslöwen, Tel 05602 5631


Hintergrundinformationen:
1. „Für einen sozial-, natur- und umweltverträglichen Ausbau der Windenergie: Anforderungen des BUND Hessen an die Kriterien zur Suche nach Vorrangräumen für Windenergieanlagen (WEA)“ :
http://www.bund-hessen.de/themen_und_projekte/klima_und_energie/erneuerbare_energien/windkraft/kriterien_windenergieausbau/

2. „Ausbau der Windenergie kann in Hessen Milliarden Euro im ländlichen Raum mobilisieren“:
http://www.bund-hessen.de/index.php?id=9055&tx_ttnews[tt_news]=15773&tx_ttnews[backPid]=9019