4. Kanutour für eine salzfreie Werra und Weser BUND und BI Rettet die Werra wieder gemeinsam unterwegs

„Wir haben verstanden“ - unter diesem Motto stand die diesjährige Kanutour von Eschwege nach Kleinvach.

Wir haben verstanden, dass ein Konzern, der jährlich ein bis 2 Konkurrenten in Indien, Kanada und anderswo aufkaufen muß, kein Geld übrig hat für teure Pipelines zur Nordsee, um  Werra und Weser nach hundertjähriger Verschmutzung endlich zu entlasten.

Wir haben verstanden, dass ein Konzern mit einer schlappen Gewinnmarge von nur 20% nicht noch in die Erforschung und Anwendung teurer Entsorgungstechnik investieren kann, um die Verpressung der trinkwassergefährdenden Salzlauge in den Untergrund schnellstmöglich zu beenden.

Wir haben verstanden: Wir müssen K+S unter die Arme und zur Selbsthilfe greifen. Und am Sonntag startete unter dem Beifall der betroffenen Bevölkerung unser Pilotprojekt „Entsorgung der Rückstände mit Hilfe der vom BUND entwickelten „Werra-Salzfrachter“, einem den historischen Werrakähnen nachempfundenen Prototyp mit besonders geringem Tiefgang. Die Salzabfall-Verladetechnik stellte die BI Rettet die Werra mit ihren schon bekannten „Salzstreuertorpedos“, die eine besonders schnelle Beladung der Frachter sicherstellen. Die Salzabfälle einer Tagesproduktion  kamen von K+S, so dass die Werra an diesem Sonntag zum ersten Mal seit fast hundert Jahren salzfrei war.

Vorsicht: Bis hierher  könnten Elemente von Satire enthalten sein.

Fakt ist jedoch, dass eine Lösung der Salzproblematik von Werra und Weser nach wie vor nicht in Sicht ist. Es drängt sich der Eindruck auf, dass K+S trotz gesetzter Termine für die  Beendigung von Verpressung und Einleitung der giftigen Produktionsrückstände nicht ernsthaft an Lösungen arbeitet, insbesondere was die Beantragung und den Bau der Pipeline und eine Beauftragung von K-Utec zur Erforschung einer rückstandsfreien Produktion betrifft. Der Weg dahin scheint noch sehr lang zu sein, Leidtragende sind die Flüsse, Anrainer und Tourismus.

Die „Werra-Salzfrachter“ wurden übrigens mit den Forderungen und Wünschen der PaddlerInnen beschriftet:  „Wir wollen unsere Heringe selber salzen“,  „Ich bin ein Fluß und keine Salzpipeline“ bis hin zu „K+S – haltet endlich die Wasserrahmenrichtline ein.

Allgemeiner Konsens war, die jährliche Demonstration fortzuführen bis die Forderungen erfüllt sind und dies schnellstmöglich – Grundwasser und Flüsse ertragen keine weiteren Verschmutzungen mehr.